Unfall! Was jetzt?

Was Sie sonst noch wissen sollten

Neben dem Schaden am Auto können Sie nach einem Unfall weitere Ansprüche bei der gegnerischen Versicherung geltend machen.

Ist Ihr Auto durch den Unfall nicht mehr fahrbereit, steht Ihnen ein Mietwagen zu. Hier sollten Sie unbedingt die Preise vergleichen, denn Sie haben gegenüber der Versicherung die Pflicht, den Gesamtschaden so gering wie möglich zu halten (Schadenminderungspflicht). Überteuerte Rechnungen werden von der Versicherung gekürzt.
Wenn Sie auf den Mietwagen verzichten, bekommen Sie eine Nutzungsausfallentschädigung. Die Höhe richtet sich nach dem Auto, das Sie gefahren haben.

Bei erheblich beschädigten Autos, die nicht älter als fünf Jahre sind und nicht mehr als 100000 Kilometer Fahrleistung haben, ermittelt der Gutachter eine Wertminderung, die dem Geschädigten zusteht.

Wenn die gegnerische Versicherung nicht oder nur teilweise zahlt, dann macht es unter Umständen Sinn, die eigene Vollkaskoversicherung in Anspruch zu nehmen, um den Fahrzeugschaden erstattet zu bekommen. Kosten, die in diesem Zusammenhang anfallen, wie zum Beispiel die Selbstbeteiligung Ihrer Vollkasko oder die Kosten für die Höherstufung nach dem Unfall, können nach dem sogenannten Quotenvorrecht anteilig vom Unfallgegner gefordert werden.

Einige Nebenkosten werden ebenfalls erstattet, zum Beispiel Abschleppkosten, Standgebühren und Ummeldekosten. Telefon- und Portokosten werden mit einer Pauschale von 25€ vergütet.

Wer nach einem Unfall gesundheitliche Beschwerden hat, sollte am besten gleich zum Arzt gehen. Nur so kann eine unfallbedingte Verletzung sofort dokumentiert werden. Das ist wichtig, wenn Sie Ansprüche auf Schmerzensgeld anmelden wollen.

Dabei ist oft die Hilfe eines Anwalts sinnvoll. Die Kosten dafür übernimmt bei Alleinschuld des Gegners dessen Versicherung, sonst werden sie nach Haftungsquote aufgeteilt. Dann springt – falls vorhanden – die Rechtschutzversicherung ein.